Kosten im Depot: TER, laufende Kosten, versteckte Gebühren
Von Dieter Lendle, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wertpapiere und Derivate · geprüft am
Ein Depot kostet auf drei Ebenen: in den Fonds und ETFs selbst, beim Kaufen und Verkaufen und für das Depot bei der Bank. Die bekannte TER zeigt nur einen Teil der Fondskosten, und sie wird unsichtbar aus dem Fondsvermögen bezahlt. Was Sie tatsächlich zahlen, steht in Euro in der jährlichen Kostenaufstellung Ihrer Bank.
Kosten in Fonds und ETFs
Jeder Fonds und jeder ETF verlangt eine jährliche Verwaltungsvergütung. Zusammen mit weiteren Posten wie der Vergütung der Verwahrstelle ergibt sie die laufenden Kosten, oft als TER angegeben. Breite Index-ETFs liegen häufig bei 0,1 bis 0,3 % pro Jahr, aktiv verwaltete Aktienfonds oft bei 1,5 % und mehr.
Zwei Posten kommen hinzu und stehen nicht in der TER: die Transaktionskosten, die entstehen, wenn der Fonds selbst Wertpapiere kauft und verkauft, und bei manchen Fonds eine Erfolgsgebühr, wenn ein Vergleichsmaßstab übertroffen wird. Beide stehen im Basisinformationsblatt des Fonds im Abschnitt „Welche Kosten entstehen?“.
Kosten beim Kaufen und Verkaufen
- Ordergebühr: der Preis der Bank für jeden Kauf und Verkauf, oft ein fester Betrag plus ein Anteil am Ordervolumen.
- Ausgabeaufschlag: bei vielen aktiv verwalteten Fonds, die über die Bank gekauft werden, ein einmaliger Aufschlag von bis zu 5 % auf den Kaufpreis.
- Spread: der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Er fällt bei jeder Order an, ohne als Gebühr ausgewiesen zu werden.
Kosten des Depots
Für die Verwahrung berechnen viele Filialbanken eine Depotgebühr, als festen Betrag oder als Anteil am Depotwert. Bei vielen Online-Banken und Brokern ist das Depot kostenlos. Die Gebühr steht im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank.
Was Kosten über die Jahre ausmachen
Ein vereinfachtes Beispiel: 100.000 € liegen 20 Jahre im Depot und erzielen vor Kosten 6 % pro Jahr. Bei laufenden Kosten von 1,5 % pro Jahr wächst das Depot auf rund 241.000 €. Bei 0,3 % sind es rund 303.000 €, etwa 62.000 € mehr.
Im ersten Jahr beträgt der Unterschied nur 1.200 €: 1.500 € gegenüber 300 € Kosten. Über die Jahre wächst er, weil das gezahlte Geld nicht mehr mitwächst. Die Rechnung lässt Steuern, Schwankungen und Gebühren für Käufe und Verkäufe außer Acht und ist keine Prognose.
So finden Sie Ihre tatsächlichen Kosten
- Ex-post-Kosteninformation: Ihre Bank schickt sie einmal im Jahr. Sie zeigt in Euro, was im vergangenen Jahr an Produkt-, Dienstleistungs- und Depotkosten angefallen ist, einschließlich der Zuwendungen.
- Basisinformationsblatt: Für jeden Fonds und ETF finden Sie es auf der Seite der Fondsgesellschaft oder Ihrer Bank. Es nennt die Kosten je Jahr in Prozent und als Beispiel in Euro.
- Preis- und Leistungsverzeichnis: Hier stehen Depotgebühr und Ordergebühren Ihrer Bank.
Der Depotcheck rechnet die TER jedes Fonds, ETFs und ETPs in Ihrem Depot in Euro um und zeigt die Summe pro Jahr und über 5, 10 und 20 Jahre. Was eine Depotprüfung darüber hinaus untersucht, steht im Ratgeber Depot prüfen lassen.
Häufige Fragen
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Anlagematrix ist vertraglich gebundener Vermittler der Central Asset Management AG (§ 3 Abs. 2 WpIG) und berät unabhängig auf Honorarbasis (§ 93 WpHG).