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Was kostet ein Honorarberater? Modelle und Beispiele

Stand:

Honorarberater rechnen nach Stunden, mit einer Pauschale oder mit einem Prozentsatz Ihres Vermögens ab. Als Richtwert gelten 150 bis 250 € pro Stunde; eine umfassende Anlageberatung kostet nach einer verbreiteten Gebührenübersicht pauschal 1.590 € bei bis zu 250.000 € Vermögen. Eine gesetzliche Gebührenordnung gibt es nicht, deshalb vereinbaren Sie den Preis vorher schriftlich.

Wie rechnen Honorarberater ab?

Es gibt drei Modelle. Viele Berater kombinieren sie, etwa eine Pauschale für die Erstberatung und einen Stundensatz für spätere Termine.

  • Stundensatz: Sie zahlen die tatsächliche Zeit, oft einschließlich Vorbereitung und Dokumentation. Das passt zu klar umrissenen Fragen. Der Gesamtpreis steht vorher nicht fest.
  • Pauschale: Ein fester Preis für ein festgelegtes Paket, etwa eine Anlageberatung mit Analyse, Gespräch und schriftlichem Konzept. Sie kennen den Preis vorher.
  • Prozent vom Vermögen: Üblich bei laufender Betreuung oder Vermögensverwaltung. Das Honorar wächst mit dem Vermögen. Ein Mindesthonorar macht es bei kleinen Vermögen prozentual teurer.

Ein Stundensatz passt zu einer einzelnen Frage, etwa der Prüfung eines Angebots Ihrer Bank. Eine Pauschale passt zu einer umfassenden Erstberatung, nach der Sie selbst umsetzen. Ein Prozenthonorar passt, wenn Sie Umsetzung und laufende Betreuung abgeben wollen. Bei 500.000 € Depotwert ist schon 1 % pro Jahr ein Betrag von 5.000 €. Prüfen Sie dann genau, was Sie dafür bekommen.

Welche Beträge sind üblich?

Verbindliche Marktpreise gibt es nicht. Der Verbund Deutscher Honorarberater nennt als Richtwert 150 bis 250 € pro Stunde, ohne anzugeben, ob die Umsatzsteuer enthalten ist. Konkreter ist die Gebührenübersicht des Bundesverbands unabhängiger Honorarberater (gültig ab 2026, Beträge einschließlich Umsatzsteuer). Zum Vergleich stehen die Preise der Verbraucherzentralen Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Orientierungswerte für Honorare in der Geldanlage, Stand Oktober 2026
LeistungHonorarQuelle
Stundensatz150–250 € pro StundeVerbund Deutscher Honorarberater
Ganzheitliche Anlageberatung1.590 € bis 250.000 € Vermögen, 2.090 € darüberBundesverband unabhängiger Honorarberater
Analyse eines bestehenden Depots490 €Bundesverband unabhängiger Honorarberater
Vermögensverwaltung mit Beratung0,95 % pro Jahr (mind. 1.590 €), sinkend bis 0,50 % ab 2 Mio. €Bundesverband unabhängiger Honorarberater
Finanzberatung bis 90 Minuten120 €Verbraucherzentrale Bayern

Die Gebührenübersicht ist eine Empfehlung des Verbands, kein Marktdurchschnitt. Der Verband weist selbst darauf hin, dass nicht jeder Honorarberater danach abrechnet.

Der Preis hängt vom Umfang des Auftrags ab: von der Zahl der Depots und Verträge und davon, ob der Berater einmal berät oder Sie laufend begleitet. Die Übersicht staffelt auch die einmalige Beratung nach dem Vermögen. Zum Vergleich: Acht Stunden Erstberatung zu 200 € kosten 1.600 €, etwa so viel wie die Pauschale.

Kommt Umsatzsteuer hinzu?

Ja, in der Regel. Das Honorar für eine Anlageberatung ist eine umsatzsteuerpflichtige Leistung, der Satz beträgt 19 %. Provisionen, die eine Fondsgesellschaft an eine Bank zahlt, gelten dagegen als steuerfreie Vermittlung von Wertpapiergeschäften (§ 4 Nr. 8 Buchst. e UStG, Abschnitt 4.8.8 Abs. 6 UStAE). Die Beträge der Gebührenübersicht enthalten die Umsatzsteuer bereits. Auf 1.000 € Honorar netto kommen also 190 € hinzu. Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob der Preis brutto oder netto genannt ist.

Was kostet Provisionsberatung im Vergleich?

Provisionsberatung wirkt kostenlos, wird aber über die Produkte bezahlt. Kauft die Bank aktiv verwaltete Fonds für Sie, fällt oft ein Ausgabeaufschlag von 5 % an. Hinzu kommt eine Bestandsprovision, die in den laufenden Kosten des Fonds steckt. Stiftung Warentest fand bei großen Aktienfonds Bestandsprovisionen zwischen 0,34 und 0,95 % pro Jahr (Stand Februar 2015). Die laufenden Kosten aktiver Fonds liegen nach Stiftung Warentest oft bei 1 bis 2 % pro Jahr; die Bestandsprovision ist ein Teil davon.

Ein vereinfachtes Beispiel mit 200.000 € über zehn Jahre, ohne Wertänderung: Der Ausgabeaufschlag von 5 % auf den Anteilspreis kostet 9.524 €, angelegt werden 190.476 €. Eine Bestandsprovision von 0,5 % pro Jahr darauf sind 952 € im Jahr.

Vergütung des Beraters bei 200.000 € über zehn Jahre, ohne Wertänderung
ModellAnnahmeErstes JahrZehn Jahre
Provisionsberatung5 % Ausgabeaufschlag, 0,5 % Bestandsprovision pro Jahr10.476 €19.048 €
Pauschale plus Stunden1.590 € Beratung, ab Jahr 2 zwei Stunden à 200 € pro Jahr1.590 €5.190 €
Prozent vom Vermögen0,95 % pro Jahr, mit Umsetzung und Reporting1.900 €19.000 €

Die Rechnung zeigt zweierlei. Ein einmaliges Honorar mit gelegentlicher Überprüfung ist bei 200.000 € deutlich günstiger als Provisionen. Ein laufendes Prozenthonorar kostet dagegen ähnlich viel, enthält aber meist die Verwaltung des Depots. Die laufenden Kosten der Fonds selbst kommen in jedem Modell hinzu. Wie sie wirken, steht im Ratgeber Kosten im Depot. Ob sich ein Honorar für Ihr Vermögen lohnt, rechnet der Ratgeber Ab welchem Vermögen lohnt sich Honorarberatung? für mehrere Beträge durch.

Was sollte im Honorar enthalten sein?

Das Honorar sollte alles abdecken, was zur Empfehlung gehört. Fragen Sie vor dem Auftrag nach diesen Punkten:

  • Bestandsaufnahme: Ihre Vermögenssituation, Ziele, Anlagedauer und Risikobereitschaft.
  • Analyse: Ihre bestehenden Depots und Verträge, mit Kosten in Euro.
  • Schriftliches Ergebnis: Empfehlung mit Begründung. Bei einer Anlageberatung erhalten Sie zusätzlich eine Geeignetheitserklärung.
  • Umsetzung und Folgetermine: Ob Hilfe bei der Umsetzung und spätere Überprüfungen enthalten sind oder extra kosten.

Halten Sie Leistung, Honorar, Umsatzsteuer und Abrechnungsweg vorab in einer schriftlichen Vereinbarung fest. Bei Stundensätzen gehört eine Obergrenze für die Stunden hinein. Bei Prozenthonoraren sollte klar sein, auf welchen Wert sie sich beziehen und wie Sie kündigen können. Prüfen Sie auch, als was der Berater zugelassen ist: Der Begriff „Honorarberater“ ist nicht geschützt. Vorsicht bei Angeboten, die ein Honorar mit dem Verkauf eines bestimmten Produkts verbinden. Der Verbund Deutscher Honorarberater nennt das Honorarvermittlung und wertet es als Produktverkauf. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Honorarberatung oder Provisionsberatung.

Häufige Fragen

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Anlagematrix ist vertraglich gebundener Vermittler der Central Asset Management AG (§ 3 Abs. 2 WpIG) und berät unabhängig auf Honorarbasis (§ 93 WpHG).