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Ab welchem Vermögen lohnt sich Honorarberatung?

Stand:

Eine feste Grenze gibt es nicht. In einem vereinfachten Rechenbeispiel über zehn Jahre ist ein einmaliges Honorar mit jährlicher Überprüfung ab rund 54.500 € günstiger als Ausgabeaufschlag und Bestandsprovision; ohne Ausgabeaufschlag liegt die Schwelle bei rund 104.000 €. Ebenso wichtig wie der Betrag ist, wie komplex Ihre Lage ist und wie viel Sie selbst entscheiden wollen.

Wovon hängt die Schwelle ab?

Provisionen werden in Prozent des Anlagebetrags berechnet, ein Honorar oft als fester Betrag. Je größer das Vermögen, desto mehr kosten Provisionen in Euro, während eine Pauschale gleich bleibt. Ab einem bestimmten Betrag ist das Honorar deshalb günstiger.

Wo diese Schwelle liegt, hängt von drei Dingen ab: vom Honorarmodell, von den Provisionen, die Sie sonst zahlen würden, und von der Anlagedauer. Ein laufendes Honorar in Prozent des Vermögens wächst mit dem Betrag mit und verschiebt die Schwelle deutlich nach oben.

Wie stark die Dauer wirkt, zeigt das erste Jahr: Darin kosten Ausgabeaufschlag und Bestandsprovision im Beispiel unten 5,24 % des Betrags. Eine Pauschale von 1.590 € ist damit ab rund 30.400 € günstiger, wenn Sie danach keine weitere Beratung brauchen. Steigt der Depotwert, wachsen Bestandsprovision und Prozenthonorar mit, die Pauschale nicht. Eine Rechnung ohne Wertänderung unterschätzt deshalb die prozentualen Kosten.

Rechenbeispiele für 50.000, 100.000 und 500.000 €

Die Beispiele rechnen über zehn Jahre, ohne Wertänderung, mit diesen Annahmen:

  • Provision: ein Ausgabeaufschlag von 5 % auf den Anteilspreis und eine Bestandsprovision von 0,5 % pro Jahr auf den angelegten Betrag.
  • Honorar einmalig: die Pauschale für eine ganzheitliche Anlageberatung laut Gebührenübersicht des Bundesverbands unabhängiger Honorarberater (1.590 € bis 250.000 €, 2.090 € darüber), ab dem zweiten Jahr zwei Stunden à 200 € für eine jährliche Überprüfung.
  • Honorar laufend: die Staffel derselben Übersicht für Vermögensverwaltung mit Beratung: 0,95 % pro Jahr, mindestens 1.590 €, ab 500.000 € 0,80 %.
Kosten der Beratung über zehn Jahre, ohne Wertänderung
AnlagebetragProvisionHonorar einmaligHonorar laufend
50.000 €4.762 €5.190 €15.900 €
100.000 €9.524 €5.190 €15.900 €
500.000 €47.619 €5.690 €40.000 €

Bei 50.000 € ist das einmalige Honorar rund 430 € teurer als die Provisionen. Bei 100.000 € ist das einmalige Honorar rund 4.300 € günstiger, bei 500.000 € rund 41.900 €. Das laufende Honorar liegt bei kleinen Beträgen wegen des Mindesthonorars am höchsten. Es enthält aber die Verwaltung des Depots, die beiden anderen Modelle nicht.

Die Fonds selbst kosten in jedem Modell zusätzlich. Aktiv verwaltete Fonds sind nach Stiftung Warentest etwa 1 bis 1,5 Prozentpunkte pro Jahr teurer als ETFs (Stand 2023). Dieser Unterschied wiegt oft schwerer als die Vergütung des Beraters. Mehr dazu im Ratgeber Kosten im Depot.

Wie rechnen Sie die Schwelle für Ihr Depot aus?

Teilen Sie das Honorar durch den Anteil, den Provisionen vom Anlagebetrag kosten. Im Beispiel kostet der Ausgabeaufschlag 4,76 % des Betrags, zehn Jahre Bestandsprovision kosten weitere 4,76 %. 5.190 € geteilt durch 9,52 % ergibt rund 54.500 €. Ohne Ausgabeaufschlag bleiben 5 % Bestandsprovision über zehn Jahre, die Schwelle steigt auf 103.800 €.

  1. Provisionen ermitteln: Die Zuwendungen in Euro stehen in der jährlichen Kostenaufstellung Ihrer Bank. Wie Sie sie lesen, erklärt der Ratgeber Ex-post-Kosteninformation.
  2. Honorar in Euro anfragen: für denselben Zeitraum, einschließlich Umsatzsteuer und Folgeterminen. Übliche Beträge nennt der Ratgeber Was kostet ein Honorarberater?.
  3. Beide Summen vergleichen: und dabei berücksichtigen, was jeweils enthalten ist, etwa Umsetzung, Folgetermine und Reporting. Rechnen Sie die laufenden Kosten der empfohlenen Produkte hinzu, denn sie fallen neben dem Honorar an.

Welche Fragen sind wichtiger als der Betrag?

Der Nutzen einer Beratung hängt weniger vom Vermögen ab als von der Lage, in der Sie entscheiden.

  • Komplexität: Mehrere Depots, Immobilien, eine Firmenbeteiligung oder Vermögen in mehreren Währungen sind schwer allein zu überblicken.
  • Erbe oder Schenkung: Ein plötzlich größeres Vermögen wirft Fragen zu Aufteilung und Zeitplan auf. Oft liegen dann Fonds im Depot, die Sie nicht selbst ausgewählt haben. Steuerliche Fragen gehören zu einem Steuerberater.
  • Ruhestand: Wer vom Vermögen leben will, muss Entnahmen planen und festlegen, wie viel Schwankung tragbar ist.
  • Selbst entscheiden: Wer sich mit Geldanlage auskennt und selbst entscheidet, braucht oft keine laufende Betreuung, sondern einmal einen geprüften Blick auf das Depot.

Ob ein Vermögensverwalter statt eines Beraters infrage kommt, behandelt der Ratgeber Lohnt sich eine Vermögensverwaltung?

Wann genügt ein einmaliger Depotcheck?

Wenn Sie keine Empfehlung brauchen, sondern Klarheit über Ihr bestehendes Depot. Ein Depotcheck zeigt, was Ihre Fonds kosten, wie das Vermögen verteilt ist und wo sich Fonds überschneiden. Mit diesen Zahlen entscheiden Sie selbst oder gehen vorbereitet in ein Gespräch mit Bank oder Berater. Bei deindepotcheck kostet der Depotcheck 30 € bis 50 Positionen. Die Gebührenübersicht des Bundesverbands unabhängiger Honorarberater nennt für die Analyse eines bestehenden Depots mit Gespräch 490 €.

Für eine einzelne Frage bei kleinerem Vermögen sind die Verbraucherzentralen eine günstige Anlaufstelle. Bei der Verbraucherzentrale Bayern kostet eine umfassende Finanzberatung bis 90 Minuten 120 € (Stand Oktober 2026).

Eine Empfehlung, welche Anlagen zu Ihnen passen, setzt eine Anlageberatung voraus. Wie die Honorarberatung bei Anlagematrix abläuft, steht auf der Seite Honorarberatung.

Häufige Fragen

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Anlagematrix ist vertraglich gebundener Vermittler der Central Asset Management AG (§ 3 Abs. 2 WpIG) und berät unabhängig auf Honorarbasis (§ 93 WpHG).