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Lohnt sich eine Vermögensverwaltung? Kosten und Nutzen

Stand:

Eine Vermögensverwaltung lohnt sich, wenn Ihnen Entscheidungen und Umsetzung durch einen Verwalter mehr wert sind als die Kosten, und die liegen typischerweise bei 1 bis 2 % des Vermögens im Jahr. Bei 500.000 € sind das 5.000 bis 10.000 € jährlich, dazu kommen Produktkosten, falls sie nicht in der Pauschale stecken. Ob es sich rechnet, zeigt erst der Vergleich des Ergebnisses nach Kosten mit einem passenden Vergleichsindex.

Was leistet eine Vermögensverwaltung, und was ist sie rechtlich?

Eine Vermögensverwaltung, rechtlich Finanzportfolioverwaltung, ist die „Verwaltung einzelner in Finanzinstrumenten angelegter Vermögen für andere mit Entscheidungsspielraum“ (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG). Der Verwalter entscheidet innerhalb der Anlagerichtlinien, die Sie im Vertrag festlegen, selbst über Käufe und Verkäufe und setzt sie um. Sie müssen nicht jedem Geschäft zustimmen; fehlt dem Verwalter dieser Spielraum, liegt keine Finanzportfolioverwaltung vor (BaFin).

Wer das als Dienstleistung anbietet, braucht eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz oder dem Wertpapierinstitutsgesetz (BaFin). Der Verwalter berichtet in der Regel vierteljährlich über Wertentwicklung und Geschäfte (BaFin).

Wie unterscheidet sich die Vermögensverwaltung von Beratung und Robo-Advisor?

Entscheidend ist, wer entscheidet. Bei der Beratung empfiehlt der Berater, und Sie entscheiden. Bei der Vermögensverwaltung entscheidet der Verwalter. Bei einem Robo-Advisor legt ein Algorithmus an; die BaFin unterscheidet automatisierte Finanzportfolioverwaltung, bei der nicht der Kunde die Entscheidungen umsetzt, von automatisierter Anlageberatung (BaFin).

Anlageberatung, Vermögensverwaltung und Robo-Advisor im Vergleich
FormWer entscheidet?RechtsgrundlageVergütung
AnlageberatungSie, nach persönlicher Empfehlung§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1a KWGHonorar oder Provision
VermögensverwaltungDer Verwalter, im vereinbarten Rahmen§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWGMeist Prozent des Vermögens, ggf. Erfolgshonorar
Robo-AdvisorEin Algorithmus nach festen RegelnJe nach Angebot Nr. 1a oder Nr. 3Meist Prozent des Vermögens

Wie sich Honorar und Provision bei der Beratung unterscheiden, erklärt der Ratgeber Honorar- oder Provisionsberatung.

Was kostet eine Vermögensverwaltung?

Meist 1 bis 2 % des Vermögens im Jahr, je nach Anbieter und Modell. Die Verbraucherzentrale nennt ungefähr 1 % des Kapitals, gegebenenfalls zuzüglich Kapitalanlagekosten, Erfolgshonoraren und Transaktionskosten (Verbraucherzentrale). Im Vermögensverwaltertest 2025 des Instituts für Vermögensaufbau für FOCUS MONEY und n-tv lagen die Gesamtkosten der Angebote für 1,2 bis 1,5 Mio. € im Mittel bei 1,46 % pro Jahr, zwischen 0,70 und 2,16 % (Institut für Vermögensaufbau, Ausgabe 49/2025). Für kleinere Vermögen können die Sätze abweichen.

  • Verwaltungsvergütung: ein Prozentsatz des verwalteten Vermögens. Eine All-in-Fee schließt Depot und Transaktionen ein; ohne sie kommen diese Kosten hinzu.
  • Produktkosten: die laufenden Kosten der eingesetzten Fonds und ETFs. Sie stecken im Fondspreis und kommen zur Vergütung hinzu, sofern die Pauschale sie nicht enthält.
  • Erfolgshonorar: ein Anteil am Wertzuwachs, falls vereinbart, meist zwischen 5 und 20 % des Gewinns, oft mit High-Water-Mark (ERGO).

Provisionen und andere Zuwendungen Dritter darf der Verwalter nicht behalten. Er muss sie an Sie auskehren und Sie darüber informieren (§ 64 Abs. 7 WpHG). Die Kostenarten im Einzelnen stehen im Ratgeber Kosten im Depot.

Was bedeuten 1, 1,5 und 2 % in Euro?

Die Tabelle zeigt die Kosten im ersten Jahr und das Vermögen nach zehn Jahren, wenn das Vermögen vor Kosten 5 % pro Jahr erzielt. Die letzte Zeile ist ein Vergleichswert: 0,2 % nennt die Verbraucherzentrale für breite Aktien-ETFs, die Sie selbst kaufen. Diese Variante enthält keine Verwaltung und keine Betreuung.

Kosten im ersten Jahr und Vermögen nach 10 Jahren bei 5 % Rendite vor Kosten
Gesamtkosten pro JahrKosten im 1. Jahr bei 250.000 €Kosten im 1. Jahr bei 500.000 €Vermögen nach 10 Jahren aus 250.000 €Vermögen nach 10 Jahren aus 500.000 €
1,0 %2.500 €5.000 €370.100 €740.100 €
1,5 %3.750 €7.500 €352.600 €705.300 €
2,0 %5.000 €10.000 €336.000 €672.000 €
0,2 % (ETF in Eigenregie)500 €1.000 €399.500 €799.100 €

Zwischen 1,0 und 2,0 % liegen nach zehn Jahren rund 34.000 € bei 250.000 € und rund 68.000 € bei 500.000 €. Die Rechnung unterstellt dieselbe Rendite vor Kosten, lässt Steuern, Schwankungen und Ein- oder Auszahlungen außer Acht und ist keine Prognose. Der Unterschied zählt nur, wenn Verwalter und Vergleichsvariante vor Kosten gleich abschneiden. Schneidet der Verwalter vor Kosten besser ab, verringert sich der Unterschied oder dreht sich um; eine Garantie dafür gibt es nicht.

Welche Fragen sollten Sie vor Abschluss oder Kündigung klären?

  1. Gesamtkosten: Wie hoch sind alle Kosten pro Jahr in Euro und Prozent, einschließlich Produkt-, Depot- und Transaktionskosten? Sind Vergütungen inklusive oder zuzüglich Umsatzsteuer angegeben?
  2. Erfolgshonorar: Gibt es eines, mit welchem Satz, mit High-Water-Mark und wie wird es berechnet?
  3. Zuwendungen: Erhält der Verwalter Provisionen von Dritten, und wie erhalten Sie sie zurück?
  4. Spielraum: Welche Anlagerichtlinien gelten, welche Produkte sind erlaubt, wie viel darf der Verwalter umschichten?
  5. Maßstab: Mit welchem Vergleichsindex wird das Ergebnis gemessen?
  6. Ausstieg: Welche Kündigungsfrist gilt, und was passiert mit den Positionen?

Wie prüfen Sie, ob die Verwaltung ihr Geld wert ist?

Mit drei Zahlen: den tatsächlichen Kosten, dem Ergebnis nach Kosten und einem Vergleichswert.

  1. Kosten: Die jährliche Aufstellung nennt alle Kosten und Zuwendungen. Wie Sie sie lesen, erklärt der Ratgeber Ex-post-Kosteninformation.
  2. Ergebnis: Die Wertentwicklung nach allen Kosten, bereinigt um Ein- und Auszahlungen, über mehrere Jahre. Ein einzelnes Jahr sagt wenig.
  3. Vergleich: Ein Index oder eine Mischung, die zur vereinbarten Aufteilung passt, etwa Welt-Aktien und Anleihen im gleichen Verhältnis. Ein reiner Aktienindex ist für ein Mandat mit hohem Anleihenanteil der falsche Maßstab.

Der Depotcheck rechnet die TER der Fonds, ETFs und ETPs in einem Verwaltungsdepot in Euro um und zeigt die Summe pro Jahr und über 5, 10 und 20 Jahre. Die Vergütung des Verwalters und die Zuwendungen sind nicht Teil davon. Mehr dazu auf der Seite Depotcheck bestellen und im Ratgeber Depot prüfen lassen. Wer statt einer Verwaltung eine unabhängige Beratung sucht, findet Modelle auf der Seite Honorarberatung.

Häufige Fragen

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Anlagematrix ist vertraglich gebundener Vermittler der Central Asset Management AG (§ 3 Abs. 2 WpIG) und berät unabhängig auf Honorarbasis (§ 93 WpHG).