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Fonds von der Bank zu teuer? Was Sie prüfen können

Stand:

Ob ein Bankfonds zu teuer ist, zeigt der Vergleich mit Alternativen: Aktiv verwaltete Aktienfonds kosten laut Verbraucherzentrale meist 1,5 bis 2 % im Jahr, breite ETFs 0,07 bis 0,3 %, dazu kommt bei Fonds von der Bank oft ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 %. Ob der Mehrpreis gerechtfertigt ist, hängt vom Ergebnis ab: Über zehn Jahre blieben 98 % der aktiven, in Euro geführten Globalaktienfonds hinter ihrem Vergleichsindex zurück (SPIVA Europe, Stand 30. Juni 2026).

Welche Kosten hat ein Fonds von der Bank?

Drei: einen einmaligen Aufschlag beim Kauf, laufende Kosten jedes Jahr und Kosten innerhalb des Fonds, die in der Laufende-Kosten-Zahl fehlen. Zu den laufenden Kosten gehört bei Fonds, die provisionsbasiert vertrieben werden, eine Vertriebsfolgeprovision für den Vermittler (Verbraucherzentrale). Die Bank behält diese Provision als Zuwendung. Hinzu kommen die Depotgebühr der Bank und bei manchen Fonds eine Erfolgsgebühr.

Kostenarten eines aktiven Fonds von der Bank im Vergleich zu einem breiten ETF
KostenartAktiver Fonds von der BankBreiter ETF
Einmalig beim KaufAusgabeaufschlag, oft bis 5 %Orderkosten, 0 bis 1 %
Laufend pro Jahr1,5 bis 2 %0,07 bis 0,3 %
VertriebsfolgeprovisionTeil der laufenden Kostenin der Regel keine

Die Werte nennt die Verbraucherzentrale für den Kauf aktiv verwalteter Fonds und von ETFs (Verbraucherzentrale, ETF-Kauf). Die Kostenarten im Überblick erklärt der Ratgeber Kosten im Depot.

Wo finde ich die Kosten im Basisinformationsblatt?

Im Abschnitt „Welche Kosten entstehen?“. Dort stehen zwei Tabellen (Art. 5 der Verordnung (EU) 2017/653). Das Blatt gibt es auf der Seite der Fondsgesellschaft oder bei Ihrer Bank.

  1. Kosten im Zeitverlauf: die Gesamtkosten für verschiedene Haltedauern in Euro und in Prozent.
  2. Zusammensetzung der Kosten: einmalige Kosten (Ein- und Ausstieg), wiederkehrende Kosten (getrennt nach Transaktions- und anderen Kosten) und zusätzliche Kosten wie Erfolgsgebühren.

Addieren Sie laufende Kosten und Transaktionskosten. Beide mindern jedes Jahr den Fondswert, auch wenn nur die erste in der TER steht. Die Kosten, die Ihre Bank tatsächlich für Ihr Depot ausweist, erklärt der Ratgeber Ex-post-Kosteninformation.

Was macht der Unterschied in Euro aus?

Ein Beispiel: 200.000 € werden angelegt, vor Kosten sind 6 % pro Jahr angenommen. Die Kosten des aktiven Fonds sind mit 5 % Aufschlag und 1,5 % laufend angesetzt, die des ETFs mit 0,5 % Orderkosten und 0,2 % laufend, beides aus den Spannen der Verbraucherzentrale.

Endwert einer Anlage von 200.000 € nach 10 und 20 Jahren bei 6 % Rendite vor Kosten
VarianteBeim KaufPro JahrNach 10 JahrenNach 20 Jahren
Aktiver Fonds von der Bank5 %1,5 %295.100 €458.200 €
Breiter ETF über die Börse0,5 %0,2 %349.700 €614.600 €
Zum Vergleich: ohne Kosten0 %0 %358.200 €641.400 €

Nach 20 Jahren trennen die beiden Varianten rund 156.000 €. Die Rechnung unterstellt dieselbe Rendite vor Kosten, lässt Steuern und Schwankungen außer Acht und ist keine Prognose. Ob ein aktiver Fonds vor Kosten besser abschneidet, ist offen; dazu der nächste Abschnitt. Der Depotcheck rechnet die TER jedes Fonds, ETFs und ETPs in Ihrem Depot in Euro um und zeigt die Summe pro Jahr und über 5, 10 und 20 Jahre. Er enthält keinen Ausgabeaufschlag und keine Zuwendungen.

Schneiden aktive Fonds besser ab als ihr Index?

Über lange Zeiträume überwiegend nicht. Laut der SPIVA Europe Scorecard von S&P Dow Jones Indices blieben über zehn Jahre bis 30. Juni 2026 im Durchschnitt 94 % der aktiv verwalteten Aktienfonds hinter ihrem Vergleichsindex zurück. In der größten Kategorie, den in Euro geführten Globalaktienfonds, waren es 98 % gegenüber dem S&P World, bei US-Aktienfonds 97 % gegenüber dem S&P 500. Nur rund 59 % der Aktienfonds bestanden die ganzen zehn Jahre; der Rest wurde geschlossen oder verschmolzen (SPIVA Europe Scorecard, Mid-Year 2026).

Die Auswertung umfasst in Europa aufgelegte Fonds und beschreibt den Durchschnitt, nicht den einzelnen Fonds. Die Verbraucherzentrale führt den Rückstand vor allem auf die Kosten zurück (Verbraucherzentrale). Es gibt Ausnahmen: Bei Schwellenländer-Aktienfonds blieben im ersten Halbjahr 2026 nur 33 % hinter dem Index zurück. Ein Fonds kann außerdem andere Zwecke haben als den Index zu schlagen, etwa einen Schwerpunkt oder ein Risikoprofil.

Was kann ich die Bank fragen?

  1. Kosten in Euro: Wie hoch sind Ausgabeaufschlag, laufende Kosten und Transaktionskosten dieses Fonds, in Euro für meinen Betrag, über 10 Jahre?
  2. Anteil der Bank: Wie viel davon erhält die Bank als Zuwendung?
  3. Günstigere Wege: Gibt es dieselbe Anlage ohne Aufschlag, in einer anderen Anteilsklasse oder über die Börse?
  4. Ergebnis: Welchen Vergleichsindex hat der Fonds, und wie war sein Ergebnis über fünf und zehn Jahre im Vergleich dazu?
  5. Gegenleistung: Was bekomme ich für die Kosten: laufende Betreuung, Berichte, Beratung?
  6. Ausstieg: Was kostet der Verkauf bei Ihnen?

Wer das Gespräch unabhängig von Produktprovisionen führen möchte, findet Modelle und Kosten im Ratgeber Was kostet ein Honorarberater? und auf der Seite Honorarberatung.

Was folgt aus einem Verkauf?

Ein Verkauf mit Gewinn löst Steuer aus, und die neue Anlage kostet wieder. Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen unterliegen in der Regel der Abgeltungsteuer von 25 % (§ 32d EStG), zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei Aktienfonds sind 30 % der Erträge steuerfrei (§ 20 InvStG).

Beispiel: Ein Aktienfonds ist 50.000 € wert und wurde für 35.000 € gekauft. Von den 15.000 € Gewinn sind 10.500 € steuerpflichtig, die Steuer beträgt 2.625 € ohne Zuschläge. Mit je 0,5 % Orderkosten für Verkauf und Neukauf kommen 500 € hinzu. Spart der neue Fonds 1,3 Prozentpunkte laufende Kosten (1,5 % statt 0,2 %), sind das 650 € pro Jahr; die einmaligen rund 3.100 € sind nach knapp fünf Jahren aufgewogen. Voraussetzung ist, dass beide Fonds vor Kosten gleich abschneiden. Ob und wann ein Wechsel sinnvoll ist, hängt von Ihrer Steuersituation ab; das klärt ein Steuerberater.

Häufige Fragen

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Anlagematrix ist vertraglich gebundener Vermittler der Central Asset Management AG (§ 3 Abs. 2 WpIG) und berät unabhängig auf Honorarbasis (§ 93 WpHG).