Depotcheck im Vergleich: Anbieter, Kosten und Haken
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Ein Depotcheck ist eine Bestandsaufnahme Ihres Wertpapierdepots: Kosten, Aufteilung, Überschneidungen und Risiken. Viele Vermögensverwalter und Privatbanken bieten ihn kostenlos an, die Verbraucherzentralen verlangen 120 bis 230 Euro für eine Beratung zur Geldanlage, Honorarberater meist 150 bis 250 Euro pro Stunde, deindepotcheck 30 Euro bis 50 Positionen. Wichtiger als der Preis ist die Frage, wer den Prüfer bezahlt.
Was ist ein Depotcheck?
Ein Depotcheck beschreibt, was in Ihrem Depot steckt und wie die Positionen zusammenwirken. Ein Depotauszug listet nur Wertpapiere, Stückzahlen und Kurse. Er zeigt nicht, was Sie die Fonds jedes Jahr kosten, ob mehrere ETFs dieselben Aktien halten oder wie stark Ihr Vermögen von einem Land oder einer Währung abhängt.
Viele nutzen den Depotcheck als Zweitmeinung: nach einer Erbschaft, vor einem Gespräch mit der Bank oder wenn sich über Jahre Positionen angesammelt haben. Was eine Prüfung im Einzelnen umfasst, beschreibt der Ratgeber Depot prüfen lassen. Wie Sie ein ETF-Portfolio selbst durchrechnen, steht unter Portfolio-Analyse.
Was kostet ein Depotcheck?
Von kostenlos bis zu einigen hundert Euro, je nachdem, wer prüft. Der Preis sagt allerdings wenig über die Leistung. Er zeigt vor allem, wie sich der Prüfer finanziert.
| Anbieter | Preis für Sie | Wer bezahlt den Prüfer? | Was Sie bekommen |
|---|---|---|---|
| Hausbank, Sparkasse | bei Provisionsberatung kein eigenes Honorar | bei Provisionsberatung die Produktanbieter, über die Produktkosten | Beratungsgespräch, bei Empfehlung eine Geeignetheitserklärung |
| Vermögensverwalter, Privatbank | kostenlos, teils als befristete Aktion | spätere Mandate für Verwaltung oder Beratung | Auswertung mit Vorschlägen, Gespräch |
| Verbraucherzentrale | 120–230 € je Beratung | Sie, die Verbraucherzentrale verkauft nichts | Beratung zur Geldanlage, bestehende Anlagen inbegriffen |
| Honorarberater | 150–250 € pro Stunde | Sie, per Honorar | Analyse und Gespräch mit Empfehlungen |
| deindepotcheck | 30 Euro bis 50 Positionen | Sie, per Festpreis, ohne Provisionen | Auswertung online und als PDF, ohne Produktempfehlung |
| Depot-Tracker, App | Grundversion kostenlos, Zusatzfunktionen im Abo | Abo, teils Vermittlungsprovisionen | Übersicht auf dem Bildschirm, keine Prüfung durch Menschen |
Quellen der Preise: Verbraucherzentrale Bayern 120 € für eine Finanzberatung bis 90 Minuten, Hessen 150 € für 90 Minuten Geldanlageberatung, Nordrhein-Westfalen 230 € für Geldanlage und Altersvorsorge. Den Stundensatz von 150 bis 250 € nennt der Verbund Deutscher Honorarberater als Richtwert. Bei den Apps bietet etwa der Finanzfluss Copilot eine kostenlose Version und eine Bezahlversion für 69,99 € im Jahr. Was Honorare im Einzelnen kosten, vergleicht der Ratgeber Was kostet ein Honorarberater?
Der Depotcheck von deindepotcheck kostet 30 Euro bis 50 Positionen, darüber 5 Euro je angefangene 5 Positionen, bei 150 Positionen also 130 Euro. Größere Depots auf Anfrage. Den Endpreis sehen Sie nach dem Hochladen, bevor Sie bezahlen.
Welche kostenlosen Depotchecks gibt es?
Vor allem Vermögensverwalter und Privatbanken bieten einen kostenlosen Depotcheck an. Die folgenden Anbieter erscheinen bei Suchen nach „Depotcheck“ und „Depot prüfen lassen“ weit oben. Die Angaben stammen von ihren eigenen Seiten.
| Anbieter | Geschäft | Bedingungen laut Anbieter | Ergebnis laut Anbieter |
|---|---|---|---|
| VZ VermögensZentrum | Vermögensverwaltung, Beratung | kostenfrei bis 31.12.2026, unverbindlich | schriftliche Auswertung mit Optimierungsvorschlägen, kostenfreies erstes Gespräch |
| Quirin Privatbank | Bank mit Leistungspauschale statt Provisionen | keine Vermögensuntergrenze, keine Verpflichtung | Gutachten innerhalb von drei Wochen, Gespräch mit Handlungsempfehlungen |
| Mademann & Kollegen | Vermögensverwaltung | Depots jeder Größe, unverbindlich | Besprechung mit Vergleich zur eigenen Vermögensverwaltung |
| Fairmögensberatung | Honorarberatung nach § 34h GewO | kostenfrei, unverbindlich | Dokument per E-Mail in zwei bis vier Wochen, Gespräch |
Quellen: VZ VermögensZentrum, Quirin Privatbank (zur Leistungspauschale die Startseite), Mademann & Kollegen, Fairmögensberatung, jeweils abgerufen am 25.10.2026. Die Liste ist nicht vollständig, und Aktionen können enden.
Kostenloser Depotcheck: Wo ist der Haken?
Der Haken ist kein versteckter Preis, sondern das Geschäftsmodell. Ein kostenloser Depotcheck kostet den Anbieter Arbeitszeit. Er rechnet damit, dass ein Teil der Anleger danach Kunde wird. Die Anbieter sagen das offen: Mademann & Kollegen schreibt, der Check sei „ein guter Ausgangspunkt für eine langfristige Kooperation“, die Fairmögensberatung beziffert seinen Gegenwert auf über 600 Euro und freut sich, Sie danach als Kunden zu begrüßen.
Es gibt drei Wege, wie sich ein kostenloser Check bezahlt macht:
- Mandat: Sie geben Ihr Depot in eine Vermögensverwaltung oder schließen einen Beratungsvertrag. Der Anbieter verdient eine laufende Gebühr, oft einen Prozentsatz Ihres Vermögens.
- Provision: Sie kaufen empfohlene Produkte, und der Anbieter des Produkts bezahlt den Berater. Das ist erlaubt, wenn die Zahlung offengelegt wird und die Qualität der Dienstleistung verbessern soll (§ 70 WpHG).
- Eigene Produkte: Sie kaufen Fonds oder Zertifikate des Hauses. Dann verdient der Anbieter an den laufenden Kosten des Produkts.
Auch Apps finanzieren sich nicht nur über das Abo: Parqet weist auf seiner Preisseite darauf hin, dass es für manche Links eine Affiliate-Provision erhalten kann.
Ein kostenloser Depotcheck kann trotzdem gut sein. Viele Anbieter prüfen gründlich, und eine Vermögensverwaltung kann für Sie passen. Wichtig ist, dass Sie die Interessenlage kennen. Ein Prüfer, der an Ihrem Wechsel verdient, wird eher Gründe für einen Wechsel finden. Diese Fragen helfen bei der Einordnung:
- Woran verdienen Sie, wenn ich etwas umsetze? Eine klare Antwort nennt Mandat, Honorar oder Provision mit Betrag.
- Beraten Sie unabhängig? Eine Bank oder ein Wertpapierinstitut muss Ihnen vor der Anlageberatung sagen, ob sie als unabhängige Honorar-Anlageberatung erfolgt (§ 64 Abs. 1 WpHG). Den Unterschied erklärt der Ratgeber Honorar oder Provision.
- Bekomme ich das Ergebnis schriftlich? Ein Dokument mit Zahlen können Sie in Ruhe prüfen und mit anderen Angeboten vergleichen. Ein Gespräch allein nicht.
- Was passiert mit meinen Unterlagen? Fragen Sie, wie lange der Anbieter Ihre Depotauszüge aufbewahrt und wofür er sie nutzt. Bei deindepotcheck werden Depotauszüge 30 Tage nach der Analyse gelöscht.
Was sollte ein guter Depotcheck prüfen?
Ein guter Depotcheck rechnet mit den Zahlen Ihres Depots und legt offen, woher sie stammen. Diese Punkte gehören dazu:
- Kosten in Euro: die laufenden Kosten jedes Fonds und ETFs, nicht nur in Prozent, sondern als Betrag pro Jahr. 1,5 % klingen wenig, bei 200.000 € sind es 3.000 € jedes Jahr.
- Durchschau und Überschneidung: welche Einzeltitel in den Fonds stecken und wo mehrere ETFs dieselben Aktien halten (Klumpenrisiko durch ETF-Überschneidung).
- Konzentration: welchen Anteil die größten Positionen und Einzeltitel am ganzen Depot haben.
- Währung: in welchen Währungen Ihr Vermögen tatsächlich angelegt ist, auch innerhalb der Fonds.
- Aufteilung: nach Anlageklassen, Ländern und Branchen, mit einem Vergleichsmaßstab wie einem Weltindex.
- Offene Datenquellen: woher Kurse, Kosten und Fondsbestandteile stammen und mit welchem Stand.
- Schriftliches Ergebnis: ein Bericht, den Sie behalten, weitergeben und in einem Jahr wieder vergleichen können.
Wie deindepotcheck diese Punkte berechnet, steht in der Methodik der Depotanalyse. Was das Ergebnis an einem Musterdepot zeigt, sehen Sie im Beispielbericht.
Welche Unterlagen brauchen Sie für einen Depotcheck?
Ein aktueller Depotauszug mit allen Positionen genügt, als PDF oder CSV aus dem Online-Banking. Wichtig sind ISIN oder WKN und die Stückzahl. Hilfreich ist außerdem die jährliche Kostenaufstellung Ihrer Bank, die Ex-post-Kosteninformation. Sie zeigt, was Sie im vergangenen Jahr insgesamt bezahlt haben, auch Depot- und Transaktionskosten.
Zugangsdaten zum Depot brauchen Sie für den Depotcheck nicht. Bei deindepotcheck können Sie das Depot statt des Auszugs auch per FinTS direkt bei Ihrer Bank abrufen. Dafür melden Sie sich mit Ihrem Online-Banking-Zugang an und geben den Abruf per TAN oder App frei. Zugangsdaten und TAN werden dabei nicht gespeichert. Der Weg ist freiwillig, der Upload des Auszugs reicht.
Ist ein Depotcheck eine Anlageberatung?
Nicht unbedingt. Ein Depotcheck beschreibt den Bestand. Eine Anlageberatung empfiehlt konkrete Wertpapiere und muss dafür vorher Ihre Ziele, Ihren Anlagehorizont und Ihre Risikobereitschaft erfragen. Viele kostenlose Checks münden in Vorschläge oder ein Beratungsgespräch, sind also der Einstieg in eine Beratung.
Der Depotcheck von deindepotcheck bleibt bei der Beschreibung. Er zeigt Kosten in Euro, Aufteilung, Überschneidungen, Konzentration und jede Position, online und als PDF, mit Anmerkungen eines Beraters der Anlagematrix AG. Er empfiehlt keine Produkte. Die Berater beraten auf Honorarbasis und verkaufen keine Finanzprodukte. Wer nach dem Check eine Beratung möchte, findet das Modell unter Honorarberatung. Zum Depotcheck für 30 Euro laden Sie Ihren Depotauszug hoch und sehen die erkannten Positionen, bevor Sie bezahlen.
Häufige Fragen
Muss ich nach einem kostenlosen Depotcheck Kunde werden?
Nein. Die Anbieter in unserer Übersicht schreiben ausdrücklich, dass der Check unverbindlich ist. Rechnen Sie aber mit einem Gesprächsangebot, denn dafür bieten sie ihn an. Sie können das Ergebnis annehmen und trotzdem nichts umsetzen.
Ist Depotcheck dasselbe wie Depotanalyse?
Im Alltag ja, beide Begriffe sind nicht geschützt. Manche Anbieter nennen eine kurze Einschätzung im Gespräch Depotcheck, andere einen schriftlichen Bericht mit Zahlen zu jeder Position. Fragen Sie deshalb, was Sie am Ende in der Hand halten.
Lohnt sich ein Depotcheck auch bei einem reinen ETF-Depot?
Ja, wenn Sie mehrere ETFs halten. Breite Indizes enthalten oft dieselben großen Unternehmen, sodass sich die Anteile addieren. Wie stark, zeigt erst die Durchschau auf die Einzeltitel über alle ETFs hinweg. Bei einem einzigen Welt-ETF bleibt wenig zu prüfen.
Kann ich mit dem Ergebnis zu meiner Bank gehen?
Ja. Ein schriftliches Ergebnis mit Kosten in Euro und der tatsächlichen Aufteilung ist eine gute Grundlage für das Gespräch mit Ihrem Berater. Schlägt er Ihnen ein Produkt vor, muss er Ihnen vor dem Kauf eine Geeignetheitserklärung geben, die Sie mit dem Ergebnis vergleichen können.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Anlagematrix ist vertraglich gebundener Vermittler der Central Asset Management AG (§ 3 Abs. 2 WpIG) und berät unabhängig auf Honorarbasis (§ 93 WpHG).