Zum Hauptinhalt springen
Zur Navigation springen

Portfolio-Analyse: ETF-Portfolio und Depot prüfen

Stand:

Eine Portfolio-Analyse zeigt, wie Ihr Depot tatsächlich aufgestellt ist: verteilt auf Anlageklassen, Länder, Branchen und Währungen, mit den laufenden Kosten in Euro, den Überschneidungen zwischen ETFs und der Konzentration auf wenige Titel. Im Musterdepot unseres Beispielberichts machen die fünf größten von 28 Positionen 43,0 % des Depotwerts aus, bei gleich großen Positionen wären es 17,9 %.

Was ist eine Portfolio-Analyse für ein Depot?

Eine Portfolio-Analyse zerlegt Ihr Wertpapierdepot in seine Bestandteile und rechnet sie über alle Positionen zusammen. Gemeint ist hier das Wertpapierportfolio, nicht die BCG-Matrix aus der Unternehmensstrategie.

Der Depotauszug listet Positionen und Werte. Er sagt nicht, wie viel Prozent Ihres Vermögens in den USA oder in Technologiewerten stecken, wie oft dasselbe Unternehmen in verschiedenen ETFs vorkommt und was die Fonds im Jahr in Euro kosten. Genau das sind die Fragen nach Struktur und Diversifikation des Depots. Die Verbraucherzentrale nennt eine breite Risikostreuung und niedrige Kosten die zwei wichtigsten Erfolgskriterien einer Geldanlage (Verbraucherzentrale). Beides lässt sich erst prüfen, wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen.

Welche Kennzahlen prüft eine Depotanalyse?

Neun Prüfpunkte decken die Aufteilung, die Kosten und die Konzentration ab. Jeder zeigt etwas anderes, und erst zusammen ergeben sie ein Bild der Depotstruktur:

Prüfpunkte einer Portfolio-Analyse, was sie zeigen und wann sie auffallen
PrüfpunktWas er zeigtAuffällig, wenn
AnlageklassenAnteile von Aktien, Anleihen, Fonds, Zertifikaten, Rohstoffen und Liquiditätdie Aufteilung nicht zu dem Risiko passt, das Sie tragen wollen, oder Sie sie nicht kennen
Länder und RegionenSitzland der Unternehmen, Fonds anteilig nach ihren Bestandteilenein Land dominiert, ohne dass Sie es so gewählt haben, etwa die USA über mehrere Welt- und US-ETFs
BranchenVerteilung auf Technologie, Finanzen, Industrie, Gesundheit und weitereeine Branche deutlich mehr ausmacht als im Vergleichsindex
WährungenAnteil, dessen Wert in Euro auch mit dem Wechselkurs schwanktder Fremdwährungsanteil höher ist, als Ihnen bewusst war
Laufende Kosten in EuroTER je Fonds mal Betrag im Depot, summiert pro JahrFonds mit ähnlichem Inhalt sehr unterschiedlich viel kosten
ETF-ÜberschneidungUnternehmen, die in mehreren Fonds und direkt stecken, mit ihrem Anteil am ganzen Depotdieselben Titel in mehreren ETFs zusammen einen großen Teil des Depots ausmachen
KonzentrationAnteil der fünf größten Positionen am Depotwerter weit über dem Anteil bei gleich großen Positionen liegt, bei 20 Positionen 25 %
LiquiditätKontoguthaben und Anlagen, die sich kurzfristig verkaufen lassenGeld für absehbare Ausgaben in schwankenden oder schwer verkäuflichen Anlagen steckt
DatenlückenPositionen ohne Länder-, Branchen- oder Kostenangabeein großer Teil „nicht zuordenbar“ ist; dann sind auch die übrigen Anteile unsicher

Eine feste Grenze, ab der ein Wert „zu hoch“ ist, gibt es für Privatdepots nicht. Als Einordnung dient ein Vergleichswert, etwa der Anteil bei gleich großen Positionen oder ein breiter Aktienindex. Wie der Depotcheck die einzelnen Werte berechnet, steht auf der Seite Methodik der Depotanalyse.

Wie analysiere ich ein ETF-Portfolio?

Bei einem ETF-Portfolio zählt, was in den Fonds steckt, nicht wie viele Fonds Sie halten. Die Analyse schaut deshalb durch jeden ETF hindurch auf die Einzeltitel:

  1. Bestandteile erfassen: Länder, Branchen und die größten Titel jedes ETF stehen im Factsheet des Anbieters. Achten Sie auf das Datum.
  2. Durchschau rechnen: Betrag im ETF mal Gewicht des Titels, summiert über alle ETFs und Einzelaktien. So entsteht der Anteil jedes Unternehmens am ganzen Depot.
  3. Paare vergleichen: Für zwei ETFs addieren Sie bei jedem gemeinsamen Titel das kleinere der beiden Gewichte. Hat Apple im einen ETF 5 % und im anderen 7 %, zählen 5 %. 0 % heißt keine gemeinsamen Titel, 100 % gleiche Titel in gleicher Gewichtung.
  4. Kosten in Euro umrechnen: Betrag mal laufende Kosten (TER) je ETF, dann die Summe pro Jahr.

Factsheets nennen meist nur die zehn größten Titel. Eine Durchschau auf dieser Grundlage ist eine Untergrenze: Die tatsächliche Überschneidung kann höher sein. Warum MSCI World, S&P 500 und Nasdaq-100 so stark überlappen, zeigt der Ratgeber Klumpenrisiko und ETF-Überschneidung.

Welche Wege zur Depotanalyse gibt es?

Sie können Ihr Depot selbst analysieren, ein Portfolio-Analyse-Tool nutzen, die Auswertung Ihrer Bank lesen oder einen unabhängigen Depotcheck machen. Die Wege unterscheiden sich vor allem darin, wie tief sie in die Fonds schauen und wer daran verdient:

Wege zur Depotanalyse und ihre Grenzen
WegWas Sie bekommenGrenze
Selbst mit TabellenkalkulationVolle Kontrolle, jede Zahl nachvollziehbarFactsheets je Fonds suchen und Gewichte von Hand übertragen; bei vielen Positionen Stunden Arbeit, und die Daten veralten
Portfolio-Tracker und Analyse-ToolsDepotwert, Wertentwicklung und Dividenden, je nach Tool auch Länder und BranchenBestände per Import oder von Hand; wie tief Fonds durchleuchtet werden und ob Kosten in Euro erscheinen, unterscheidet sich je nach Tool
Auswertung der Bank oder des BrokersBestände, Gewinn und Verlust, die jährliche Kostenaufstellung in EuroDepots bei anderen Banken fehlen in der Auswertung
Gespräch mit der BankberatungPersönliche Einordnung im GesprächBei Beratung gegen Provision verdient die Bank am Verkauf der Produkte, über die sie berät
Unabhängiger DepotcheckAlle Positionen aus dem Depotauszug, Durchschau, Kosten in Euro, Konzentration, Bericht als PDF; bis 50 Positionen 30 EuroKeine Anlageberatung und keine Empfehlung; Durchschau über die veröffentlichten größten Titel je Fonds

Die jährliche Kostenaufstellung Ihrer Bank ist für jeden Weg eine gute Ergänzung, weil sie auch Depot- und Ordergebühren enthält. Wie Sie sie lesen, erklärt der Ratgeber Ex-post-Kosteninformation. Den Unterschied zwischen Provision und Honorar beschreibt Honorar oder Provision.

Welche Befunde sind typisch?

Am häufigsten zeigt eine Depotanalyse, dass sich mehrere ETFs überschneiden, dass die USA und Technologiewerte mehr ausmachen als gedacht und dass einzelne Fonds deutlich mehr kosten als andere mit ähnlichem Inhalt:

Typische Befunde einer Portfolio-Analyse mit Rechenbeispiel
BefundRechenbeispiel
Mehrere ähnliche Aktien-ETFs100.000 € MSCI World, je 50.000 € S&P 500 und Nasdaq-100: NVIDIA kommt zusammen auf 14.180 €, 5,7 % eines Depots von 250.000 € (Index-Gewichte Stand 30.09.2026)
Hoher US- und TechnologieanteilSchon der MSCI World besteht zu 72,94 % aus US-Titeln und zu 31,78 % aus Technologie (Stand 30.09.2026)
Hoher Fremdwährungsanteil40.000 € in Dollar-Werten: Fällt der Dollar gegenüber dem Euro um 10 %, sinkt ihr Wert in Euro um 4.000 €, auch wenn die Kurse in Dollar gleich bleiben
Teure Fonds neben günstigen50.000 € in einem Fonds mit 1,5 % laufenden Kosten kosten 750 € im Jahr, in einem Indexfonds mit 0,2 % 100 €
DatenlückenFehlen für 20 % des Depots die Länderangaben, kann jeder ausgewiesene Länderanteil um bis zu 20 Prozentpunkte zu niedrig sein

Die Index-Gewichte stammen aus dem MSCI-Factsheet und den Factsheets zu S&P 500 und Nasdaq-100, die der Klumpenrisiko-Ratgeber nennt. Was ein Prozentpunkt laufende Kosten über 20 Jahre ausmacht, rechnet der Fondskosten-Rechner nach. Welche Kosten außer der TER anfallen, steht unter Kosten im Depot.

Was zeigt die Analyse an einem Musterdepot?

Das Musterdepot unseres Beispielberichts enthält 28 Positionen im Wert von 123.311 € in 8 Anlageklassen. Der Bericht fasst es in Befunden zusammen, unter anderem diesen:

Befunde des Musterdepots
ThemaBefund
KonzentrationDie 5 größten von 28 Positionen machen 43,0 % des Depotwerts aus, die größte (iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)) 16,5 %.
Überschneidungen5 Unternehmen stecken in mehr als einer Position. Am größten ist Siemens AG mit zusammen 9,1 % des Depotwerts, enthalten in 3 Positionen.
Währungen39,3 % des Depotwerts entfallen auf Fremdwährungen, am meisten auf USD mit 25,7 %.
Laufende KostenDie Fonds, ETFs und ETPs haben gewichtet laufende Produktkosten (TER) von 0,58 % pro Jahr, das sind rund 307 € im Jahr.

Alle Befunde, die Kapitel des PDF und eine interaktive Auswertung zeigt der Beispielbericht der Depotanalyse.

Was leistet eine Portfolio-Analyse nicht?

Sie beschreibt das Depot, sie bewertet es nicht. Ob die Aufteilung zu Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt, klärt erst eine Anlageberatung (Honorarberatung). Auch eine Prognose liefert die Analyse nicht: Kosten über die Jahre zeigen eine Größenordnung.

Viele Anleger nutzen das Ergebnis, um ihr Depot zu ordnen, etwa doppelte Positionen zu erkennen. Wie man dabei vorgeht, beschreibt der Ratgeber Depot aufräumen. Wenn Sie Ihr eigenes Depot analysieren lassen wollen, können Sie den Depotcheck beantragen: Bis 50 Positionen kostet er 30 Euro.

Häufige Fragen

Was brauche ich für eine Portfolio-Analyse?

Einen aktuellen Depotauszug mit Wertpapiername oder ISIN, Stückzahl und Kurs je Position. Für den Depotcheck reicht der Auszug als PDF, CSV oder Foto. Haben Sie Depots bei mehreren Banken, gehören alle Auszüge dazu, sonst fehlen Überschneidungen zwischen den Depots.

Was bedeutet „Depot bewerten“?

Meist eines von zwei Dingen: den Wert des Depots zu einem Stichtag, etwa bei einer Erbschaft, oder die Einschätzung, wie das Depot aufgestellt ist. Den Stichtagswert nennt der Depotauszug der Bank. Die Aufstellung zeigt die Portfolio-Analyse.

Wie oft sollte man ein Depot analysieren?

Eine feste Regel gibt es nicht. Übliche Anlässe sind eine größere Einzahlung, ein geerbtes Depot, eine veränderte Lebenslage oder die jährliche Kostenaufstellung der Bank. Zwischen zwei Analysen verschieben sich die Anteile mit den Kursen, auch ohne Käufe und Verkäufe.

Zeigt die Analyse auch die Wertentwicklung?

Der Depotcheck zeigt Gewinn oder Verlust seit Kauf je Position, gemessen am Einstandskurs. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Anlagematrix ist vertraglich gebundener Vermittler der Central Asset Management AG (§ 3 Abs. 2 WpIG) und berät unabhängig auf Honorarbasis (§ 93 WpHG).